Schularten

„Das Kind, verschieden vom Erwachsenen, hat ein Recht auf die Entfaltung seines ihm eigenen Wesens.“

Paula Fürst

Konzept

Moderne Lernkultur auf Grundlage der Reformpädagogik
Der Kern der Reformpädagogik sowie der humanistischen Psychologie und Pädagogik ist die Erkenntnis, dass Kinder das Potenzial für ihre individuelle Entwicklung von Geburt an in sich tragen. Sie benötigen in Elternhaus und Schule förderliche Bedingungen, damit sie sich im Dialog mit der Umwelt best möglichst entwickeln können. Kinder sind keine „unfertigen Erwachsenen“ sondern wollen als Persönlichkeiten respektiert werden. Es gilt, die individuellen kindlichen Wege des Lernens zu erkennen und zu begleiten.

Nach dem Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther braucht jedes Kind vor allem drei Dinge:
1. Aufgaben, an denen es wachsen kann
2. Vorbilder, an denen es sich orientieren kann
3. Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt
Kindern diese Grundvoraussetzungen für eine gesunde und erfolgreiche Entwicklung zu geben ist Ziel der Paula Fürst Schule.

Die Paula Fürst Schule bedient sich verschiedener Konzepte, die die Reformpädagogik in über hundert Jahren hervorgebracht hat und kreiert daraus einen modernen, zeitgemäßen Ort des Lernens und Lebens für Kinder und Jugendliche. Zentrale Elemente sind dabei unter anderem die Lernwerkstatt/ das Lernlabor, der vernetzte Unterricht und das Projektlernen. Neben vielen neu entwickelten Lernmaterialien nutzen wir auch die Lernmaterialien von Maria Montessori.

„In allem Lernen ist es sehr wichtig, dass der Schüler selbst höchst aktiv bleibt, so dass er so weit als möglich seine eigenen Experimente durchführt, seine eigenen Hypothesen erstellt, seine eigenen Beobachtungen macht und zu Schlüssen kommt.“

Jean Piaget

  • Unser Konzept ermöglicht ein aktives, selbstständiges Lernen, das an den individuellen Stärken anknüpft. Die Mischung aus Lernwerkstatt/ Lernlabor und gebundenem Unterricht führt zu einer Ausgewogenheit zwischen Freiheit und Anforderung. Das aktive Lernen mit Selbstlernmaterial sowie vielfältige Projekte und außerunterrichtliche Aktivitäten bieten den Kindern und Jugendlichen echte Herausforderungen. Die Paula Fürst Schule versteht sich als leistungsorientiert, in dem sie die Orientierung am staatlichen Bildungsplan mit dem Respekt vor der individuellen Entwicklung des Kindes vereint.
  • Pädagoginnen und Pädagogen der Paula Fürst Schule verstehen sich als (Lern-) BegleiterInnen der Kinder und Jugendlichen. Die Überschaubarkeit der Schule ermöglicht zudem einen engen Kontakt zwischen PädagogInnen und SchülerInnen. Dieser ist durch eine wohlwollende und unterstützende Grundhaltung geprägt. Die Kinder erleben die Erwachsenen als Vorbilder, die bereit und in der Lage sind, Kontakt einzugehen. Die PädagogInnen schaffen eine vertrauensvolle statt angstbesetzte (Lern-) Atmosphäre.
  • Die Paula Fürst Schule versteht sich als lebendige Gemeinschaft aus Kindern, Jugendlichen, PädagogInnen und Eltern. Eltern sind auf vielfältige Weise in die Aktivitäten der Schule eingebunden, sei es in Arbeitsgruppen zur Schul- und Gartengestaltung, bei Freizeit-Angeboten am Nachmittag oder auch bei der Schulentwicklung. SchülerInnen erleben Gemeinschaft beim Morgenkreis und beim Klassenrat, bei den unterschiedlichsten Nachmittagsaktivitäten, bei Festen, Aufführungen und sonstigen Aktionen. Dieses soziale Netz bietet ihnen emotionale Sicherheit, Bindung, Wertschätzung und Respekt: Voraussetzungen für soziale und kognitive Lernprozesse.

„ Es ist nicht genug, den Menschen ein Spezialfach zu lehren. Dadurch wird er zwar zu einer Art benutzbaren Maschine, aber nicht zu einer vollwertigen Persönlichkeit. Es kommt darauf an, dass er ein lebendiges Gefühl dafür bekommt, was zu erstreben wert ist.“

Albert Einstein

  • Ziel der Arbeit der Paula Fürst Schule sind ganzheitliche entwickelte Persönlichkeiten, die lernfähig und –willig sind, die kreativ, kooperativ und eigenverantwortlich auf Herausforderungen reagieren und damit bestens auf die sich rasch ändernden Anforderungen der Gesellschaft vorbereitet sind.

Bildungsgerechtigkeit
Jedes Kind soll den höchstmöglichen Bildungsabschluss erreichen. Diese Forderung liegt dem Konzept der Paula Fürst Schule zugrunde. Kinder entwickeln sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit und in unterschiedlicher Art und Weise. Die Paula Fürst Schule als Schulverbund aus Grundschule, „Gemeinschaftsschule“ ,Realschule und Gymnasialer Oberstufe ab der 11.Klasse gestattet ihnen, ihre individuellen Möglichkeiten auszuschöpfen statt sie durch frühzeitige Selektion auszubremsen oder zu überfordern.

Lebensraum Schule
Kinder sollen Schule nicht nur als Ort der „Stoffvermittlung“ erleben, sondern als Lebensraum, in dem all ihre Interessen, Fähigkeiten einen Raum haben und berücksichtigt werden. Dies ist unser Anspruch als Ganztagesschule. Unterricht und Betreuung bilden ein verzahntes Konzept, in dem die Übergänge von den Kindern teilweise als fließend erlebt werden. Der Betreuungsbereich bietet einen Raum für Spiel, Bewegung, Kreativität und Lernen, der von professionellem Personal angeleitet wird. Eine breite Palette von Angeboten steht neben der Möglichkeit zu freiem Spiel in Spielräumen, offenen Werkstätten oder im Außengelände zur Verfügung.

Schule im Aufbau

„ Niemand kann sich einfach hinsetzen und sagen, ich habe eine perfekte Schule erfunden und so machen wir das jetzt. Vielmehr müssen wir mutiger werden zu experimentieren und auf diesem Weg feststellen, was sich bewährt.“

Terrence Sejnowski, Hirnforscher

Die Paula Fürst Schule wurde 2006 als Freie Schule des JHW mit einem ehrgeizigen Konzept gegründet. In den vergangenen Jahren ist aus der Idee eine Schule geworden, die viele Kinder als ihr zweites Zuhause betrachten. Auf der Grundlage von Beobachtungen und Rückmeldungen werden einzelne Elemente der Konzeption in ihrer Umsetzung im Alltag weiterentwickelt und zu einem in sich stimmigen Gesamtkonzept zusammengeführt. In diesen laufenden Prozess sind Schulträger, Schulleitung, das Team, Eltern und Schüler eingebunden.
Auch externe Berater unterstützen unseren Schulentwicklungsprozess.